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Deutschlands sozialer Abstieg und die Gespenster der Vergangenheit* (Thomas Meese) |
Ein Erklärungversuch
In seinem jüngsten volkswirtschaftlichen Ländervergleich kommt Joachim Jahnke zu
dem Befund, dass Deutschland in der neoliberalen Liga ganz vorne spielt. Die
Geschwindigkeit, mit der ein Land mit einer sozialstaatlichen Tradition sich an die Spitze der
Globalisierungs-Entwicklung gesetzt habe, sei kaum nachvollziehbar.
Ein Erklärungversuch
Der Autor des Buches “Falsch globalisiert” [1] hat in seinem Informationsportal Deutschland
und Globalisierung [2] zuletzt verschiedene augenöffnende Ländervergleiche zwischen den
Wirtschaftsmodellen Alt-Europas vorgestellt und nach gewiesen, dass “Globalisierung” zwar
überall statt findet, die damit verbundenen sozialen Verwerfungen in den europäischen
Nationalstaaten jedoch erheblich unterschiedlich ausgeprägt sind.
Spitzenreiter im unbedingt weiter zu empfehlenden aktuellen internationalen Ländervergleich
vom 20.06.2007 [3] ist Deutschland dann auch nur bei den Unternehmensprofiten und den
Einkommen der Top-Manager, während es bei der Lohnentwicklung, den öffentlichen
Bildungsausgaben, der sozialen Mobilität, dem Rentenniveau und der Verteilungsgerechtigkeit
im europäischen und im OECD-Vergleich Vergleichswerte im unteren und untersten Feld
aufweist. Jahnkes’ Fazit:
Deutschland war einstens das Wunderland in sozialer Stabilität und erklärte sich sein
Wirtschaftswunder auf eben diese Weise. Doch mit kaum nachvollziehbarer Geschwindigkeit
hat es sich an die Spitze der neoliberalen Global-Entwicklung gesetzt. In nur wenigen Jahren
ist Deutschland zu einem der unsozialsten unter den alten Industrieländern geworden und
nun auf dem fast track in Neoliberalisierung.
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